10 Tage Norwegen Mit Dem Camper – Wohnmobile Leihen Bei Roadsurfer

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Einen eigenen Camper habe ich zwar nicht, liebe aber das Verreisen mit dem Wohnmobil. Also liehen wir Mitte August bei Roadsurfer einen T6 California Ocean und fuhren damit für 10 Tage nach Norwegen. Was ihr bei geliehenen Fahrzeugen erwarten könnt, wie man in Norwegen die schönsten Stellplätze findet und was ihr unbedingt vor der Reise wissen solltet, verrate ich euch in diesem Blogpost.

 

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Norwegen

Der T6 California Ocean

Wir entschieden uns erneut für dieses Volkswagen-Modell, da wir es im Juni es bereits 5 Tage für einen Kurzurlaub im Harz gemietet hatten und absolut begeistert waren. Im August 2018 bin ich ja schon mal mit einem richtigen Wohnmobil, also so einem weißen Kastenwagen mit Dusche, WC und Luxus-Interieur verreist. Dazu habe ich auch einen ausführlichen Blogpost geschrieben. Die Idee mit dem T6 kam von meinem Freund, der sich bereits seit einiger Zeit über dieses Modell informiert hatte. Das Fahrzeug vereint das Gefühl eines Wohnmobils mit der Fahrweise eines PKWs. Man kann easy mit 160 Sachen über die Autobahn brettern, der Wendekreis ist enorm klein und die PS-Zahl hoch genug um steile Straßen zu befahren. Dank des Aufstelldachs kann man sowohl im Auto stehen, als auch schlafen. Wenn das Dach eingeklappt ist, ist das Fahrzeug weniger als 2 Meter hoch. Dadurch müsst ihr für Fähren weniger bezahlen und dürft z.B. in Norwegen den Trolltunga-Parkplatz benutzen, was nur PKWs unter 2m Höhe gestattet ist. Kurz gesagt, der T6 California Ocean ist mit allem Notwendigen ausgestattet und bleibt dabei kompakt wie ein PKW.

Auf Instagram wart ihr ganz neugierig und wolltet so einiges über das Wohnmobil wissen. Eure meist gestellten Fragen habe ich im Folgenden mal zusammengefasst.

Wie duscht ihr?

Es gibt eine Außendusche, die man mit dem Wassertank verbindet. Das Wasser ist aber kalt und es gibt keine Möglichkeit es zu erhitzen. Wir haben also einfach öffentliche Duschen an Parkplätzen gesucht, bei Freunden geduscht (man lernt auch im Urlaub schnell Leute kennen) oder uns mit biologisch abbaubarem Duschgel im See sauber gemacht.

Wie geht ihr auf Toilette?

Das Fahrzeug hat keine eingebaute Toilette. Während der Fahrt hielten wir also an Parkplätzen oder einfach am Wegrand. Für nachts suchten wir uns Stellplätze mit Toilette oder zumindest einer Möglichkeit, geschützt das Geschäft zu erledigen. Übrigens ist Klopapier viel umweltfreundlicher als Taschentücher. Die Papierindustrie hat Jahre der Forschung darauf verwandt, dass Papiertaschentücher sich an der Nase und in der Waschmaschine nicht auflösen. Deshalb tun sie das in der Natur auch nicht mehr. Toilettenpapier ist dagegen so entwickelt,  dass es schnell in der Natur abgebaut wird. Verwendet also am besten möglichst unbehandeltes Klopapier ohne Duftstoffe. Außerdem erhielt ich den Tipp biologisch abbaubare Beutel (wie für Hunde-Geschäfte) mitzunehmen, falls man mal an sehr öffentlichen Orten muss. 😉

Wie kocht ihr?

Der Van ist ausgestattet mit 2 Gas-Kochfeldern, einem Spülbecken, Kühlschrank und 2 Unterschränken für Lebensmittel. Das Gas lässt sich an- und abstellen und reicht locker für 2 Wochen unterwegs. Der Kühlschrank ist auch in Betrieb, wenn das Fahrzeug aus ist. Die Kältestufe des Kühlschranks lässt sich über den gleichen Monitor regeln wie das Aufstelldach und die Standheizung.

Wie trocknet ihr nasse Sachen wenn es regnet?

Da es bei unserem Norwegen-Trip sehr viel regnete, waren unsere Jacken und Schuhe ständig nass. Wir bekamen sie aber sehr gut wieder trocken, indem wir nachts die Standheizung anmachten und die Klamotten nah an der Heizung auslegten, bzw. die Schuhe davor stellten. Die Heizung ist sehr effektiv und verbraucht in 5 Stunden nur etwa 1 Liter Diesel.

Wird es nachts kalt im Van?

Ehrlich gesagt habe ich kein einziges Mal gefroren. Lag vielleicht auch daran, dass wir zu zweit oben geschlafen haben. Außerdem hatten wir richtige Bettwäsche dabei. Kalt ist es nur am Anfang, bevor man sich einkuschelt. Durch die Standheizung zieht auch Wärme nach oben und zudem ist das Dachzelt gut durchlüftet. Insgesamt fühlt es sich deutlich wärmer an als in einem klassischen Camping-Zelt.

Welche Kosten kommen auf einen zu?

Wenn ihr das Fahrzeug bei Roadsurfer mietet, bezahlt ihr für den T6 California Ocean inklusive Versicherung etwa 120€ die Nacht. Dazu kommen Maut, Fähren, Spritkosten, Lebensmittel, Trinkwasser, Eintritte, Parkplatzkosten und eventuell Kosten für Stellplätze. Da Wildcampen in Norwegen erlaubt ist und die Batterie sich über das Fahren auflädt, verbrachten wir keine einzige Nacht auf dem Campingplatz. Wir hatten einfach keinen Bedarf. Dadurch sparten wir einiges an Geld und kamen ganz günstig davon, obwohl Norwegen an sich kein günstiges Reiseland ist. Bei Roadsurfer könnt ihr auch andere Fahrzeugmodelle mieten, die etwas teurer oder günstiger sind.

Wo habt ihr so schöne Stellplätze gefunden?

In Norwegen gibt es sehr viele Seen und Fjorde. Wirklich sehr viele. Dadurch gibt es unglaublich viele Wasserstellen mit schöner Aussicht. Nicht alle sind als Stellplatz geeignet, da sie teilweise zu schräg, nicht befahrbar oder in Privatbesitz sind. Es gibt allerdings eine App namens Park4Night, auf der andere Camper Stellplätze markieren und bewerten können. Die App kann ich euch sehr empfehlen. Dort könnt ihr auch nach Dusche, Strom, Wasseranschluss und anderen Kriterien filtern. Die Bewertungen der anderen Nutzer sind dabei sehr hilfreich. Die Filteroption ist nur verfügbar, wenn ihr ein Abo abschließt, welches aber sehr günstig ist und sich meiner Meinung nach lohnt.

Wo habt ihr den Van gemietet?

Schaut mal auf der Webseite von Roadsurfer, welche Standorte bei euch in der Nähe sind. Es gibt z.B. einen in Ratingen zwischen Düsseldorf und Köln und Standorte in Berlin und München. Roadsurfer bietet verschiedene Fahrzeuge je nach Bedarf. Manche haben mehr Ausstattung und sind z.B. besser für 4 Personen geeignet als der T6 California.

Fazit

Insgesamt waren wir beide Male sehr zufrieden mit dem Service von Roadsurfer und die Ausstattung war stets sehr hochwertig. Die Fahrzeuge sind sauber und modern und eventuelle Schäden werden vorher überprüft. Das Fahrgefühl ist angenehm und die modernen Fahrzeuge sind dank Einparkhilfe und Rückkamera auch für Fahranfänger einfach zu fahren. Es gibt nichts was ich auszusetzen hätte, außer dass eine längere Reise mit einem Miet-Fahrzeug etwas teuer werden kann. Ich finde aber wenn man noch nie vorher mit einem Wohnmobil unterwegs war und die Erfahrung erst mal machen möchte, lohnt sich das Geld allemal. Danach kann man ja immer noch entscheiden, ob das mobile Reisen was für einen ist oder nicht. Van-Life ist ja gerade während der Corona-Zeit DER Trend geworden. Nach 3 Reisen mit einem Camper bin ich mir jetzt sicher, dass es auch etwas für mich ist. Aber das muss jeder für sich herausfinden und dafür ist so ein Mietfahrzeug eine wunderbare Möglichkeit. Hinterlasst gerne einen Kommentar, ob ihr euch einen eigenen Van auch vorstellen könntet, ich bin neugierig. 😉

 

Norwegen als Reiseland

Würde ich die Reise nach Norwegen mit dem Camper empfehlen? Absolut! Kein Land, in dem ich bisher war, ist besser für einen Road Trip geeignet. Man darf sich überall hinstellen (es sei denn es steht ein Verbotsschild), es gibt ausreichend wunderschöne Orte und wenige Menschen insgesamt. Die Distanzen sind teilweise so groß und ÖV kaum vorhanden, dass man ohne eigenes Fahrzeug aufgeschmissen wäre. Das Verreisen mit dem eigenen Zuhause auf vier Rädern macht nirgendwo so viel Spaß wie in Norwegen. An jeder Ecke warten unglaubliche Natur-Spots, einer schöner als der andere. Ein paar Dinge, die vor der Reise interessant zu wissen sind, führe ich im Folgenden für euch auf.

Wetter

Im Sommer kann es zwar sehr heiß werden, doch warme Klamotten solltet ihr trotzdem einpacken. In den Bergen hatten wir im August teilweise 5-10 Grad Lufttemperatur und Wanderrouten, auf denen Schnee lag. Außerdem solltet ihr gute Wanderschuhe und regenfeste Klamotten einpacken. Norwegen ist für seine spektakuläre Natur bekannt, aber eben auch für unstetiges Wetter. Falls ihr keine entsprechenden Klamotten habt, findet ihr in den meisten Örtchen die richtigen Outdoor-Läden dafür. Wetter-feste Kleidung gehört in einem so naturgewaltigen Land eben zum Grundbedarf.

Einkaufen

Alkohol und Zigaretten dürft ihr nur in begrenzten Mengen einführen, informiert euch also vorher über die Beschränkungen. Lebensmittel sind etwas teurer als in Deutschland, aber nur ein bisschen. Wenn man saisonal und regional einkauft, kommt man auf die gleichen Preise wie in Supermärkten in Deutschland. Importware wie Tropenfrüchte, Reis und Schokolade sind teurer als Waren mit kurzen Transportwegen. Wenn man also smart einkauft, kann man auch in Norwegen recht günstig davon kommen. Wir kauften einige Basics wie Tofu, Falafel, Nudeln und Bohnen und andere vegane Produkte bereits in Deutschland ein. Frisches Obst und Gemüse holten wir dann nach Bedarf in Norwegen. Insgesamt kam mir unser Einkauf nur marginal teurerer vor als in Deutschland.

Maut

Um die Brücken, Tunnels, Fähren und bestimmte Straßen in Norwegen zu nutzen, empfehle ich euch vorher einen Autopass zu beantragen. Damit bekommt ihr Rabatte auf alle Mautpflichtigen Wege und Überquerungen. Ihr klebt die kleine Box einfach an die Scheibe und bekommt am Ende eurer Reise eine Abrechnung. Diese kann mehrere Monate dauern, also stellt euch schon mal darauf ein. Ich finde diese Art der Maut-Regelung total entspannt, da sie barrierefrei und einfach ist. Den Autopass könnt ihr auch in Schweden und Dänemark nutzen. Ist bei der Fahrt über Mautstraßen keine AutoPass Box vorhanden, wird der Fahrzeughalter vom Mautbetreiber ermittelt und die Rechnung per Post zugesendet.

Stellplätze

Zum Thema Stellplätze habe ich euch weiter oben bereits eine App empfohlen, mit der ihr schöne Stellplätze finden könnt. Wir probierten es auch manchmal ohne die App einfach über Google Maps, aber ehrlich gesagt wurden wir nie fündig. Viele Häuser und Privatwege sind nicht in Google Maps eingezeichnet und so irrten wir einfach nur herum, um am Ende einen Stellplatz von Park4Night zu wählen. Nur ganz oben in den Bergen, wo wirklich nichts und niemand ist, entdeckten wir einmal eine kaum befahrene Straße am See. Dort begegneten uns morgens Schafe beim Zähneputzen und wir sahen für einen halben Tag keinen einzigen Menschen. Für die stärker besuchten Touristen-Spots empfehle ich die App zu nutzen und ansonsten einfach vor Einbruch der Dunkelheit nach einem Stellplatz Ausschau zu halten. Im Dunkeln könnt ihr schlecht erkennen, wo ihr am nächsten Morgen eine schöne Aussicht habt.

Fazit

So viel wunderschöne Natur. So viele Sehenswürdigkeiten und Möglichkeiten, Dinge zu unternehmen. Norwegen hat es mir absolut angetan. Ich träume jetzt bereits davon irgendwann noch einmal dorthin zu reisen. Auf jeden Fall werde ich wieder mit einem Fahrzeug dorthin reisen, denn die Mobilität ist so wertvoll in Norwegen. Das Land ist unglaublich lang und man fährt teilweise weite Strecken. Weil wir nur 10 Tage hatten, schafften wir es nicht mal die nördliche Hälfte zu besuchen. Dabei hätte ich so gerne noch die Lofoten besucht, eine Inselgruppe, die mir viele von euch empfohlen haben. Norwegen ist das perfekte Land für Natur-Liebhaber (wie mich) und je mehr Zeit ihr euch für eine Reise dorthin einplanen könnt, desto besser.

Auf Instagram könnt ihr im Story-Highlight “NORWAY” eine Zusammenfassung meines Road Trips anschauen. Da gebe ich euch noch ein paar Extra-Tipps und Einblicke in den T6 California.

 

Zum Schluss kommen noch ein paar meiner absoluten Norwegen-Highlights:

Die Wanderung zum Kjeragbolten war lang und wortwörtlich steinig, aber wir haben es geschafft, trotz Unwetter auf dem Weg zurück (sind komplett nass geworden) und gefährlichen Routen über rutschige Felsen bei extremem Wind. Definitiv die krasseste Wanderung meines Lebens. Aber sie war es so wert!

 

Manchmal reicht eine kurze Wanderung. Muss nicht jeden Tag ein mega Hike sein, auch wenn Norwegen eine Unmenge fantastische Bergwanderungen bietet. Zum Bondhusvatnet läuft man eine knappe Stunde und wird mit ein zauberhaften Szenerie beglückt. Wir hatten zwar ein bisschen Pech, denn es regnete zur fast die ganze Zeit bei 5-15 Grad Durchschnittstemperatur in den Bergen, aber dafür sieht die Szene des Bildes durch den wolkenverhangenen Himmel und die vielen Wassertropfen auf dem türkisfarbenen Wasser noch mystischer aus.

 

Wie ihr seht hatten wir nicht das beste Wetter, aber irgendwie finde ich den Shot trotzdem cool. Man sieht kaum die spektakuläre, schneebedeckte, durch Wasserfälle durchzogene Landschaft, die sich hinter der Regenwolke verbirgt. Doch die Trollzunge ist an sich schon ein absolutes Highlight.


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