Geheimtipp Riga: Die Besten Veganen Restaurants

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In Riga kann man schlemmen wie ein König. Egal ob man sich vegan oder omnivor ernährt, hier kommt jeder auf seine Kosten. Wenn man an europäische Städte denkt, fällt Riga sicherlich nicht direkt als erstes ein. Warum sollte man nach Riga reisen? Lohnt es sich? Und was bekommt man leckeres Veganes zu essen?

 

Lohnt es sich Riga zu besuchen?

Riga ist zwar keine Mega-Metropole wie London oder Paris, doch es gibt vieles zu entdecken. In 5 Tagen hatten wir die gesamte Altstadt mehrmals durchlaufen. Doch es gibt innerhalb der recht kleinen Fläche unglaublich viel zu entdecken. Neben den vielen Kirchen und anderen geschichtlichen Gebäuden gibt es zahlreiche interessante Museen, Bars und Shops. Wir hätten also noch locker ein paar Tage lang neue Ecken entdecken können. Lasst euch ruhig ein paar Geheimtipps von Einheimischen geben. Riga bietet viel mehr als es auf den ersten Blick scheint.

Mein Fokus lag jedoch auf dem Essen. Ich liebe Essen und die Letten auch.

„Letten sind Foodies“ verrat mir unsere Stadtführerin Gita, als wir unsere Tour an den berühmten und sehr oft fotografierten “House of the Black Heads” begannen. Das sieht man einerseits anhand der vielen Fine Dining Lokale, die in der Stadt verteilt sind. Aber vor allem schmeckt man es. Ich kann mich an keine einzige Speise erinnern, die uns nicht schmeckte. So etwas kam noch nie vor! Und ich würde mich als sehr kritisch bezeichnen.

Riga House of the black Heads

House of the Black Heads

Riga

Vegan Essen in Riga

Vegan ist gar kein Problem. Sowohl in renommierten Fine Dining Restaurants als auch in den süßen Cafés und Naturkost-Restaurants speisten wir ich wie Königinnen. Dazu noch die mittelalterliche Architektur und Einrichtung mit Jahrhunderte-alten Originalen und wir fühlten uns wie zeitversetzt. Riga hat uns einfach rundum verzaubert.

Übrigens ist meine Schwester genau so food-obsessed wie ich, doch sie postet nicht alles auf Instagram wie ich. Meine Schwester hat mich schon in den Iran begleitet und mit mir Road Trips nach Italien und Holland gemacht. Die Blog-Posts dazu kann ich euch auch sehr ans Herz legen.

Im Folgenden stelle ich euch ein paar Food Spots vor, die uns besonders gut gefallen haben. Dabei berücksichtige ich vor allem die Auswahl, den Geschmack und den Gesamt-Vibe des jeweiligen Lokals.

 

The Beginnings

Vielleicht ist euch dieser Name schon mal irgendwo begegnet. Das liegt daran, dass unter dem gleichen Namen auch gesunde Snacks vertrieben werden, u.a. bei Foodist und in Bioläden in Deutschland. Vor 2 Jahren probierte ich mich durch die Rohkost-Cookies, die nun als „slow-dried“ Produkte verkauft werden. Die Marketingbeauftragte von The Beginnings, Liane, erkannte mich im Laden und gab mir eine Auswahl der Produkte mit. Das hat mich so gefreut! Das schönste am Reisen ist, dass man wirklich überall Gleichgesinnte findet. Ich kann euch vor allem die Mandel-Kekse mit Cranberries ans Herz legen. Meine Schwester und ich sind beide große Fans von den herzhaften Crackern auf Mandel-Basis. Perfekt für gesundheitsbewusste Naschkatzen!

The Beginnings steht für gesunde, nährstoffreiche Produkte. Nach diesem Konzept ist auch die Speisekarte gestaltet. Obwohl das Restaurant nicht rein vegan ist, sind die meisten Speisen pflanzlich. Das Lokal nennt sich selbst “Healthy Vegan Restaurant”. Klingt perfekt, oder? Deswegen bekommt es für mich Platz 1.

 

Speisekarte: Verschiedene Burger, Salate, Bowls, Nudeln, Rohkost-Speisen, Reisgerichte, viele Smoothies, Matcha, Kombucha, Kuchen, Rohkost-Bällchen, Snickers

Einrichtung: Gemütlich, schlicht, geräumig, Shop im Restaurant

Secret Tip: Unbedingt den selbstgemachten Kombucha probieren! Er schmeckt sehr mild mit einer angenehmen Pfirsich-Note. Wenn ihr bisher noch kein Kombucha-Fan wart, werdet ihr diesen sicher mögen!

Gesamtbewertung: 10/10

 

Terapija Vegan Cafe

Am Wochenende kann man hier hervorragend brunchen. Das komplette Buffet besteht aus veganen Speisen. Unter der Woche bietet das Restaurant leckere Burger und andere vegane Gerichte zu verhältnismäßig günstigen Preisen. Die Salate aus dem Buffet sind sehr kreativ und voller gesunder Zutaten. Neben The Beginnings ist dies also mein absolutes Lieblingsrestaurant. Gesund + vegan + lecker = goals.

Speisekarte: Salate, warme Speisen, Burger, Hummus, Wraps, Kuchen, Rohkost-Desserts, Sommerrollen, Suppen, saisonale Speisen

Einrichtung: Gemütlich, mittelgroß, Holzstühle, viele Pflanzen, “Insta-worthy”

Secret Tip: Wenn ihr Tiramisu mögt, probiert es unbedingt! Es schmeckt nicht sehr stark nach Kaffee, aber der Bisquit-Boden ist dafür ein fluffiges Träumchen. Auch finde ich es super, dass eine Obstschicht mit drin ist. I love it!

Gesamtbewertung: 10/10

Vegan Brunch at Terapija

 

MIIT Café

In Riga gibt es zahlreiche Cafés und Teehäuser, die allesamt zum Verweilen einladen. Das liegt sicher zum großen Teil am kalten Klima Lettlands. Im September erfuhren wir Temperaturen zwischen 3 und 15 Grad. Wenn es draußen so ungemütlich ist, machen die Letten es sich drin dafür umso gemütlicher. Viele kommen mit Laptop oder Lernsachen und bleiben etwas länger. Jedoch haben manche Cafés ein Laptop-Verbot zwischen 12 und 16 Uhr.

Im MIIT Café kann man jeweils zum Frühstück, Mittag oder Abendessen kommen und die Tagesgerichte durchprobieren. Wir wollten das Brunch austesten, waren aber einige Minuten zu spät. Punkt 12 Uhr wird die Tagel mit Mittagsgerichten aufgestellt und Frühstück wird nicht mehr serviert. Statt Waffeln und Pancakes entschieden wir uns also für ein Sandwich, Wraps und Bananenbrot. Außerdem aßen wir hier den originalgetreusten selbstgemachten Snickers in Riga. Alles war sehr lecker, könnte jedoch etwas würziger sein. Das Sandwich toasteten die Mitarbeiter erst auf Anfrage, was circa 10 Minuten dauerte. Die Gerichte sind alle vegetarisch oder vegan.

 

Speisekarte: Salate, Süßspeisen, Wraps, Sandwiches (auch to go), Kuchen, Snickers

Einrichtung: Sehr gemütlich, bequeme Sofas, Tische für 2-4 Personen, klein aber fein

Secret Tip: Das Bananenbrot! Es kostet nur 1€ und schmeckt hervorragend.

Gesamtbewertung: 7/10

 

 

Fat Pumpkin

Wie der Name schon verrät, werden hier viele Gerichte mit Kürbis serviert. Auch das Innere des Lokals ist entsprechend mit ausgeschnittenen und ganzen Kürbissen verziert. Die Speisekarte ist rein vegan und bietet diverse Speisen, von Hummus und Suppen über Burger, Nudelgerichte und selbstgemachtem Glühwein. Dieser schmeckte wie aufgewärmter Rotwein, also nicht so pappsüß wie wir ihn vom Weihnachtsmarkt gewöhnt sind.

Die Preise sind verhälnismäßig extrem hoch. Für eine Tasse Wein zahlten wir 6€ und auch die Hauptgerichte bewegten sich im Preisrahmen um die 10€. Für Riga ungewöhnlich hoch. Dafür ist die Lage genial, denn das Restaurant ist umgeben von der zauberhaften Altstadt. Beim Inder nebenan waren die Preise jedoch wieder typisch moderat. Warum genau Fat Pumpkin also so hohe Preise verlangt, blieb uns ein Rätsel.

Speisekarte: Salate, Nudeln, Burger, Hummus, Vorspeisen, Suppen, Glühwein, Snickers

Einrichtung: Gemütlich, aber schick, perfekt zum Abendessen

Secret Tip: Hier haben wir den besten Snickers gegessen. Das Karamell zieht sich genau wie beim Original.

Gesamtbewertung: 8/10

 

Weitere Restaurants

Natürlich haben wir nicht alle Restaurants mit veganen Optionen besuchen können. Uns war es daher wichtig, wenigstens die rein veganen Lokale zu besuchen. Trotzdem hätten wir locker noch 2-3 Tage lang jeden Tag etwas neues ausprobieren können. In Riga gibt es insgesamt sehr viele Veganer-freundliche Restaurants.

Diese Spots besuchten wir und können sie sehr empfehlen:

  • Valtera Restorans (fine dining)
  • 3 Chefs Restaurant (fine dining)
  • Bhajan Café (rein vegan, probiert die Oreo-Brownies!!)
  • Indian Raja (lecker indisch)
Bhajan Cafe

Jackfruit + “Lachs” Bruschetta im Bhajan Café

 

Auf Instagram habt ihr mir mal wieder fleißig eure Tipps niedergeschrieben. Hier kommen also noch ein paar Restaurants und Cafés, die laut euch in Riga empfehlenswert sind:

  • Garda pupa (veggie)
  • Tearoom RUNA (vegan)
  • Zeroveikals (Zero-Waste-Laden)
  • Herbarijs Cafe (für die Aussicht!)
  • Maza Terapija (veggie)
  • Nirvana (raw food)
  • Mr Fox

 

Sonstige Empfehlungen

Während unseres Aufenthalts in Riga haben wir natürlich nicht nur gegessen, auch wenn es in den Instagram Stories manchmal so rüberkam. ­čśÇ

Wir liefen viel herum, machten eine geführte Stadttour (sehr empfehlenswert!) und besuchten mit Einheimischen den Central Market. Dieser ist übrigens eher untouristisch und sehr zu empfehlen. Man kann die Fleisch- und Fischhallen ja weglassen und sich nur die Architektur sowie den Obst- und Gemüsemarkt anschauen. Ich finde es immer total interessant zu sehen was Menschen in anderen Ländern so essen. In Lettland wachsen Pilze und Cranberries wild im Wald und werden daher an jeder Ecke angeboten. Aber auch alle anderen Arten von Beeren, einige Früchte und die verschiedensten bunten Gemüsesorten findet man aus regionalem Anbau.

RigaRiga Food

Riga Central Market

Riga Central Market

Unsere ersten 3 Übernachtungen verbrachten wir im Grand Poet Hotel. Das ist ein sehr kunstvoll eingerichtetes 5*-Hotel mit Spa-Landschaft und üppigem Buffet. Das Porridge wird beim Frühstücksbuffet nur mit Wasser gekocht und ist daher vegan. Außerdem gab es Granola, Chiasamen, Sojamilch, verschiedene Früchte, Nüsse und Samen, getrocknetes Obst, Pilze, Kartoffeln, grüne Bohnen, gebackene Bohnen, Brot, eingelegtes Gemüse, Oliven und Rohkost. Unser einziger Verbesserungsvorschlag wäre die Aufnahme von veganen Brotaufstrichen wie z.B. Hummus. Das Hotel bietet 4 verschiedene Sauna-Räume von 40 bis 100 Grad und ein Becken zum Schwimmen. Die Junior Suite war ein Traum. Wir waren rundum zufrieden.

Shopping-Tipps möchte ich euch auch gern noch geben. Allerdings haben wir nicht wirklich etwas brauchbares gefunden. Einige von euch empfiehlen mir den Humana, wovon es gleich 3 recht nah aneinander gibt. Dabei handelt es sich um einen sehr günstigen Second Hand Laden. In der Brivibas iela (das ist eine Straße) befinden sich ein paar weitere süße Läden und Outlet Stores zum Schnäppchen jagen. Im BOLD Concept Store findet man recht teure Designer-Stücke von lokalen Künstlern. Der Buchladen Mr Page wurde mir auch mehrmals empfohlen.

Die Black Magic Bar war unerwarteterweise eins meiner absoluten Highlights. Zuerst war ich skeptisch, als unsere Tourführerin Gita von dem lokalen Schnapps namens “Black Balsam” erzählte. Das traditionelle Gebräu enthält 45% Alkoholanteil und eine Menge regionaler Kräuter, Blüten, Öle und Beeren nach uralter Rezeptur. Dem Getränk werden verdauungsfördernde sowie medizinische Eigenschaften nachgesagt, weshalb es sich nicht nur zum Berauschen eignet. Meine Schwester und ich teilten uns im düster-mittelalterlichen Keller (den man durch Betreten eines Buchregals erreicht und der dekoriert ist wie Professor Snapes Labor für Zaubertränke) einen mit Black Balsam verfeinerten warmen Johannisbeersaft. Fazit: Unerwartet lecker und eine unvergessliche Erfahrung.

Black Magic Bar Riga

Black Magic Bar

Black Magic Bar

Riga

Fazit: 5 Tage Riga

Außer dem Wetter kann ich nichts schlechtes über Riga schreiben. Darum meine Herzensempfehlung an euch: Besucht unbedingt mal Riga, falls es sich ergibt! Was mir auch mehrmals empohlen wurde ist etwas mehr Zeit einzuplanen und gleich noch Vilnius oder Talinn und Helsinki zu besuchen. Auch St. Petersburg ist nicht mehr weit von Riga entfernt. Vielleicht mache ich beim nächsten Tag einen Road Trip durch die Region. Dann aber auf jeden Fall im Sommer und nicht mehr im September, wo Temperaturen um die Null Grad keine Seltenheit sind. Ab Oktober kann es sogar schneien. Im Dezember ist die Stadt jedoch wieder einen Besuch wert, denn Weihnachten wird sehr ausgiebig 2x hintereinander gefeiert (christlich + orthodox).

Beim nächsten Mal würde ich mir auf jeden Fall auch ein paar der Museen anschauen (z.B. das Besatzungsmuseum) und die Petrikirche besteigen. Von dort hat man nämlich eine herrliche Sicht auf die Stadt. Das Ticketoffice schließt um 17 Uhr, also geht rechtzeitig hin! Der Aufstieg kostet 7€ für Studenten und 9€ regulär. Wir haben die Öffnungszeiten leider verpasst, obwohl wir so gern einmal die Stadt von oben gesehen hätten. Vielleicht schafft ihr es ja!

Und zum Schluss noch ein großes Dankeschön an Air Baltic für die angenehme An- und Abreise und @rigastories fürs Organisieren eines Kochworkshops, einer Pancars Rally durch die Stadt (sehr empfehlenswert in größeren Gruppen), die Einladung in diverse Restaurants und die hervorragende Organisation unserer Reise!

 

Danke fürs Lesen & viel Freude bei eurem Riga-Trip!

 

Mit ganz viel Liebe,

Laura

 

Riga Sunset

P.S.: Wir durften 2 zauberhafte Sonnenuntergänge erleben – ich habe gehört in den baltischen Ländern sind sie besonders schön.

 

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